Das Kap Arkona auf der Halbinsel Wittow ist mit knapp einer Million Besuchern pro Jahr einer der absoluten Touristenmagnete unserer Ostseeinsel. Wer in den rauen Norden fährt, sucht steile Klippen, weite Blicke übers Meer und echte Seefahrtsgeschichte. Doch genau dieser Andrang bedeutet auch: Du brauchst einen guten Plan, um den Ausflug wirklich entspannt zu genießen. Ich zeige dir, wie du die bekannten Leuchttürme am besten erreichst, welcher Turm das schönste Fotomotiv bietet und warum die meterdicken Bunkeranlagen tief unter der Erde oft das heimliche Highlight deines Ausflugs sind.
Lohnt sich der Ausflug ans Kap Arkona (und wann nicht)?
Ein Ausflug zum Kap Arkona lohnt sich definitiv für Geschichtsinteressierte, Leuchtturm-Fans und Landschaftsfotografen. Wenn du allerdings an einem wolkigen Tag in den Sommerferien absolute Ruhe und menschenleere, unberührte Natur suchst, bist du hier am falschen Ort. Das Areal ist touristisch sehr stark erschlossen.
Die Steilküste auf der Halbinsel Wittow ist extrem schroff und der Wind bläst hier oben fast immer spürbar kräftig. Du findest hier ein einmaliges Ensemble aus drei völlig unterschiedlichen Türmen und weitläufigen Bunkeranlagen.
Mein Insider-Tipp für Entdecker: Die meisten Urlauber denken, das Kap Arkona sei der nördlichste Punkt Rügens. Das stimmt geografisch nicht! Wenn du am Kap stehst, wandere den traumhaften Hochuferweg noch ein kurzes Stück weiter nach Nordwesten zum sogenannten Gellort. Dort liegt der riesige Findling „Siebenschneiderstein“ unten im Wasser der Ostsee – das ist der wahre nördlichste Punkt unserer Insel.










Anreise und Parken: Der Flaschenhals im Norden
Die wichtigste Regel für deinen Besuch lautet: Du kannst nicht mit dem eigenen Auto bis zu den Leuchttürmen vorfahren. Die gesamte Fläche rund um das Kap Arkona ist strikt verkehrsberuhigt und für private PKW gesperrt.
Dein festes Ziel im Navigationsgerät ist immer das kleine Dorf Putgarten. Dort befindet sich ein riesiger, gebührenpflichtiger Zentralparkplatz. Ein Tagesticket kostet hier aktuell rund 8 Euro. Vom Parkplatz aus hast du noch knapp zwei Kilometer Wegstrecke bis zur Steilküste vor dir.
Du kannst diese Strecke gemütlich zu Fuß gehen, dein Fahrrad nehmen oder dich ganz bequem in die Arkonabahn setzen. Diese kleine, rot-weiße Wegebahn pendelt regelmäßig zwischen dem Parkplatz, den Leuchttürmen und dem benachbarten historischen Fischerdorf. Wenn das Wetter mitspielt, empfehle ich dir unbedingt den Fußweg abseits der asphaltierten Straße direkt an der Küstenkante entlang – die Aussicht ist unbezahlbar.
Die drei Türme: Welcher Aufstieg lohnt sich wirklich?
Das Kap wird auf Postkarten oft mit zwei Leuchttürmen beworben, tatsächlich stehen hier aber drei markante Bauwerke dicht beieinander.
Der heimliche Star ist der rote, eckige Schinkelturm. Er wurde bereits 1828 in Backsteinbauweise errichtet und ist einer der ältesten Leuchttürme an der deutschen Ostseeküste. Heute leuchtet er nicht mehr für die Schifffahrt, dient aber als beliebte Außenstelle des Standesamtes. Direkt daneben ragt der deutlich größere, 35 Meter hohe klassisch runde Leuchtturm in den Himmel. Er ist seit 1905 aktiv und schickt nachts seine markanten Lichtblitze über das Wasser. Etwas abseits der beiden steht der ehemalige Marine-Peilturm, der heute mit seiner Glaskuppel als Kunstgalerie genutzt wird.
Dein Insider-Wissen für das beste Foto: Spar dir an vollen Tagen das Geld für den Aufstieg auf den großen Leuchtturm und klettere stattdessen auf den Peilturm. Nur von dort drüben hast du die beiden klassischen Leuchttürme zusammen als perfektes, ungestörtes Fotomotiv mit der Weite der Ostsee im Hintergrund vor der Linse.
Unter der Erde: Die geheimen Bunkeranlagen
Direkt neben den historischen Leuchttürmen öffnet sich ein völlig anderes, dunkleres Kapitel der deutschen Geschichte. Ein ausgedehntes Bunkersystem aus verschiedenen Epochen durchzieht den Untergrund am Kap Arkona.
Es gibt hier den sogenannten Arkona-Bunker aus alten Wehrmachtszeiten und den deutlich größeren, mehrstöckigen Marineführungsbunker der ehemaligen NVA-Volksmarine, der bis Ende der 1980er Jahre in Betrieb war. Beide Anlagen sind heute gegen Eintritt zugänglich und wurden zu extrem spannenden Museen umgebaut. Gerade an stürmischen oder verregneten Tagen ist der Abstieg in das kalte, dicke Beton-Labyrinth extrem beeindruckend. Nimm dir auf jeden Fall eine warme Jacke mit hinunter, unter der Erde herrschen konstant kühle 10 bis 12 Grad Celsius.
Häufige Fragen zu deinem Ausflug ans Kap Arkona (FAQ)
Kostet das Kap Arkona Eintritt?
Nein, das gesamte Außengelände am Kap Arkona und der Zugang zur Steilküste sind völlig frei zugänglich. Du zahlst lediglich für die Parkgebühr am Zentralparkplatz in Putgarten sowie für Eintrittskarten, falls du die Leuchttürme, den Peilturm oder die Bunkeranlagen von innen besichtigen möchtest.
Wie viel Zeit sollte ich für den Ausflug einplanen?
Für einen entspannten Besuch mit dem Fußweg ab Putgarten, der Besichtigung eines Turms und der unterirdischen Bunkeranlagen solltest du einen halben Tag, also etwa 3 bis 4 Stunden einkalkulieren. Wenn du danach noch hinunter in das versteckte, reetgedeckte Fischerdorf Vitt wanderst, machst du daraus ganz leicht einen ausfüllenden Tagesausflug.
Darf mein Hund mit an das Kap Arkona?
Ja, Hunde sind auf dem gesamten Freigelände rund um die Türme herzlich willkommen und dürfen auch in der Arkonabahn mitfahren. Da es sich jedoch um ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet handelt, herrscht überall strenge Leinenpflicht. In die musealen Bunkeranlagen dürfen Hunde aus Platzgründen allerdings nicht mit hinein.
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