Unser Rügen-Spezial:

Die evangelische Pfarrkirche St. Georg zu Wiek ist eine dreischiffige gotische Backsteinkirche, aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Wiek

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Wiek – Das maritime Zentrum für Segler und Kitesurfer auf Wittow

Im äußersten Nordwesten der Insel Rügen, geschützt im Herzen der Halbinsel Wittow, liegt das alte Fischer- und Seefahrerdorf Wiek. Die Gemeinde erstreckt sich malerisch am Ostufer des Wieker Boddens und bildet einen starken, ruhigen Kontrast zu den stark frequentierten Ostseebädern an der gegenüberliegenden Küste. Wiek hat sich seinen maritimen, dörflichen Charakter über Jahrhunderte hinweg bewahrt. Anstelle von ausladenden Strandpromenaden und großen Hotelkomplexen dominieren hier reetgedeckte Fischerhäuser, kleine Kapitänsvillen und eine der modernsten Hafenanlagen im Norden der Insel das Ortsbild.

Die geografische Lage am Bodden macht Wiek zu einem Anziehungspunkt für Individualisten und Aktivurlauber. Der stetige Westwind, der ungehindert über die flache Landschaft Wittows weht (welche von Einheimischen nicht ohne Grund „Windland“ genannt wird), sorgt für ein raues, aber enorm gesundes Reizklima. Wiek ist infrastrukturell hervorragend aufgestellt und dient als perfekter Ausgangspunkt, um die umliegenden Highlights wie das Kap Arkona oder die Nachbargemeinden Dranske und Altenkirchen zu erkunden.

Wiek – Kartenübersicht

Kartendaten © OpenStreetMap

Wassersport-Mekka: Das Stehrevier im Wieker Bodden

Wiek genießt europaweit einen exzellenten Ruf in der Windsurf- und Kitesurf-Szene. Das entscheidende geografische Insiderwissen: Der Wieker Bodden ist ein riesiges sogenanntes "Stehrevier". Das Wasser ist in weiten Teilen der Bucht nicht tiefer als hüft- bis brusthoch. In Kombination mit den konstanten Winden bietet dieses flache Gewässer perfekte und vor allem sichere Bedingungen für Anfänger, um den Wassersport ohne Abtriebsgefahr in die offene See zu erlernen. Direkt am Wasser haben sich mehrere professionelle Surfschulen angesiedelt, die neben Kursen auch hochwertiges Material im Verleih anbieten. Auch Stand-Up-Paddler (SUP) schätzen an windstillen Morgenstunden das spiegelglatte Boddenwasser für ausgedehnte Touren.

Sehenswürdigkeiten und historische Architektur in Wiek

Die Architektur des Ortes ist stark durch seine maritime Geschichte als Seehafen und landwirtschaftlicher Umschlagplatz geprägt. Ein Rundgang durch Wiek offenbart gleich mehrere denkmalgeschützte Highlights.

Industriedenkmal: Die historische Kreidebrücke

Das markanteste Wahrzeichen von Wiek ist zweifellos die schwebende Kreidebrücke im Hafen. Dieses massive Industriebauwerk aus Stahlbeton wurde im Jahr 1914 errichtet, um Rügener Kreide aus dem nahen Tagebau am Kap Arkona auf große Frachtschiffe zu verladen. Die historische Tragik: Aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wurde die Brücke niemals für ihren eigentlichen Zweck in Betrieb genommen. Nach Jahrzehnten des Verfalls wurde das Bauwerk aufwendig und mit immensem finanziellen Aufwand restauriert. Heute dient die Brücke als begehbare Promenade, die einen fantastischen Panoramablick über den Yachthafen und den Bodden bietet – besonders in den Abendstunden, wenn die Sonne direkt über dem Wasser untergeht.

Pfarrkirche St. Georg zu Wiek

Ein weiteres Highlight ist die evangelische Pfarrkirche St. Georg, ein stattlicher Backsteinbau aus dem frühen 15. Jahrhundert. Der wuchtige Kirchturm diente den Seefahrern auf dem Bodden jahrhundertelang als verlässliche Navigationsmarke. Der Innenraum birgt einen echten kulturhistorischen Schatz: Ein überlebensgroßes, hölzernes Reiterstandbild des Heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen aus dem Jahr 1500. Die Kirche ist in der Hauptsaison in der Regel tagsüber zur stillen Besichtigung geöffnet und fungiert regelmäßig als Veranstaltungsort für klassische Konzerte mit einer exzellenten Raumakustik.

Der Hafen Wiek: Fährverbindung und Kulinarik

Der Hafen bildet das kommunikative Herzstück der Gemeinde. Neben modernen Liegeplätzen für hunderte Segel- und Motoryachten gibt es hier auch noch Liegeplätze für die wenigen verbliebenen lokalen Fischer. Urlauber können hier fangfrischen Fisch oder Räucherware oft direkt vom Kutter kaufen. Praxis-Tipp für Ausflügler: Der Hafen Wiek ist in der Hauptsaison (meist von Mai bis Oktober) ein offizieller Anleger für den Fährverkehr der Weißen Flotte. Von hier aus kannst du mit der reinen Personenfähre bequem und stressfrei zu einem Tagesausflug auf die autofreie Insel Hiddensee übersetzen.

Aktivitäten rund um das Boddenufer

Wiek ist nicht nur auf das Wasser fokussiert. Das hervorragend ausgebaute Wegenetz direkt an der Uferkante des Boddens macht den Ort zu einem idealen Startpunkt zum Radfahren. Eine besonders lohnenswerte und völlig flache Route führt auf dem Boddenradweg in Richtung Norden über die Nachbargemeinden bis nach Dranske. Wer stattdessen feinen Sand unter den Füßen spüren möchte, radelt einfach wenige Kilometer in Richtung Osten an die Ostseeküste nach Juliusruh, wo sich die acht Kilometer lange Sandnehrung der Schaabe erstreckt.

Häufige Fragen zu Wiek auf Rügen

Wo liegt Wiek auf Rügen?

Die Gemeinde Wiek befindet sich im äußersten Nordwesten der Insel Rügen auf der Halbinsel Wittow. Der Ort liegt nicht an der offenen Ostsee, sondern erstreckt sich am ruhigen Ostufer des Breetzer und Wieker Boddens.

Hat Wiek einen eigenen Sandstrand zum Baden?

Nein, Wiek verfügt über keinen klassischen, weißen Ostseestrand. Die Küste am Bodden besteht aus Naturufern und Schilfgürteln. Zum Baden am feinen Sandstrand fahren Urlauber in das nur etwa fünf Kilometer entfernte Juliusruh an den Beginn der Schaabe.

Kann man von Wiek nach Hiddensee fahren?

Ja, in den Monaten der Hauptsaison (Frühjahr bis Herbst) bietet die Weiße Flotte einen regelmäßigen Personenfährverkehr vom Hafen Wiek auf die benachbarte Insel Hiddensee an. Das Auto kann für diesen Tagesausflug auf den ausgewiesenen Tagesparkplätzen am Hafen zurückgelassen werden.

Warum ist die Kreidebrücke in Wiek so besonders?

Die wuchtige Stahlbetonbrücke im Hafen wurde 1914 gebaut, um Rügener Kreide zu verschiffen, ging aber wegen des Ersten Weltkriegs nie in Betrieb. Nach einer umfassenden Sanierung dient das ehemalige Industriedenkmal heute als begehbare Flanier- und Aussichtspromenade direkt über dem Hafenbecken.

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