Der Rasende Roland – Eine nostalgische Zeitreise unter Dampf auf der Insel Rügen
Willkommen zu einer echten Zeitreise auf Rügen! Wenn du das rhythmische Schnaufen einer alten Dampflokomotive hörst und dichte, weiße Dampfwolken über den tiefgrünen Küstenwäldern aufsteigen siehst, dann bist du dem wohl charmantesten Wahrzeichen unserer Insel ganz nah: dem „Rasenden Roland“. Seit dem Jahr 1895 verbindet diese nostalgische Schmalspurbahn die prachtvollen Ostseebäder des Südens miteinander und tuckert dabei mit gemütlichen 30 km/h durch eine landschaftliche Bilderbuchkulisse. Der Roland ist keine bloße Touristenattraktion, sondern ein funktionierendes, liebevoll gepflegtes Stück lebendiger Eisenbahngeschichte, das jeden Fahrgast sofort tief entschleunigt. Wer hier an Bord geht, tauscht den hektischen Alltag gegen pures, historisches Reise-Flair.
Rasender Roland – Stationen & Routentipps – Kartenübersicht
Rasender Roland – Strecke & Stationen
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Kartendaten © OpenStreetMap
Ich zeige dir nun die cleversten Startpunkte für deine Tour, durchleuchte das Tarifsystem für das Jahr 2026 schonungslos auf versteckte Kosten und gebe dir exakte Fakten zur Barrierefreiheit. So stellst du sicher, dass dein Ausflug mit dem sperrigen Kinderwagen oder dem Rollstuhl ein voller Erfolg wird und du nicht plötzlich vor zu engen Waggontüren stehst. Schnapp dir deine Fahrkarte – wir steigen ein!
Ein tiefer, langgezogener Pfiff hallt durch die dichten Buchenwälder der Granitz, gefolgt vom rhythmischen Stampfen und Zischen einer gewaltigen Maschine. Wenn eine weiße Dampfwolke über den Baumwipfeln aufsteigt und es unverwechselbar nach brennender Steinkohle duftet, wissen Insel-Kenner sofort: Der „Rasende Roland“ nähert sich. Diese historische Schmalspurbahn ist weit mehr als nur ein Transportmittel von A nach B – sie ist ein rollendes, zischendes Museum und gehört zur Insel Rügen wie die Kreidefelsen und die stürmische Ostsee. (Tipp: Schau dir für einen ersten Eindruck unbedingt unsere YouTube-Shorts im Text an!)
Seit dem Jahr 1895 schnauft die dampfbetriebene Kleinbahn auf einer Spurweite von nur 750 Millimetern über die Insel. Der liebevoll-ironische Beiname „rasend“ stammt dabei noch aus Zeiten, als die gemütliche Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h für die damalige Landbevölkerung ein echtes Tempo-Wunder darstellte. Wer heute in die historischen, holzvertäfelten Waggons einsteigt, lässt den hektischen Alltag sofort hinter sich und taucht in eine Epoche der totalen Entschleunigung ein.
Die historische Strecke: Von der weißen Fürstenstadt bis ins Mönchgut
Die klassische Route des Rasenden Rolands verbindet die bekanntesten Urlaubsorte des Südostens miteinander. Die Fahrt beginnt (oder endet) in der klassizistischen Residenzstadt Putbus. In den Sommermonaten wird die Strecke sogar noch um knapp zwei Kilometer bis zur Mole in Lauterbach verlängert, sodass du praktisch direkt vom Zug auf ein Ausflugsschiff in den Greifswalder Bodden umsteigen kannst.
Von Putbus aus stampft die Lokomotive gemächlich durch weite Felder und Wiesen, bis sie das mondäne Ostseebad Binz erreicht. Danach wird es landschaftlich spektakulär: Die Strecke führt tief in das dichte, hügelige Waldgebiet der Granitz. An der winzigen Haltestelle „Jagdschloss“ steigen unzählige Wanderer aus, um den Aufstieg zum berühmten Jagdschloss Granitz zu wagen. Anschließend schnauft der Zug wieder hinab an die Küste und durchquert die prächtigen Ostseebäder Sellin und Baabe, bevor er sein malerisches Endziel auf der Halbinsel Mönchgut im Ostseebad Göhren erreicht.








Insider-Wissen: Bahnhöfe, Tickets und der Cabrio-Waggon
Wenn du deinen Ausflug mit dem Roland planst, gibt es einige wichtige Details, die du kennen musst, um nicht in klassische Touristenfallen zu tappen.
Die Bahnhofs-Falle in Binz
Achtung, Verwechslungsgefahr: Das Ostseebad Binz verfügt über zwei völlig voneinander getrennte Bahnhöfe! Der moderne DB-Bahnhof (von dem die ICE- und IC-Züge abfahren) liegt am Rande des Ortes. Der Rasende Roland hingegen hält am historischen Kleinbahnhof (Binz LB). Dieser liegt etwas weiter südlich in der Nähe des Schmachter Sees. Plane bei einem Umstieg zwischen beiden Bahnhöfen unbedingt einen flotten Fußmarsch von mindestens 15 bis 20 Minuten ein!
Tickets direkt beim Schaffner kaufen
Während du im modernen Bahnverkehr oft Strafen riskierst, wenn du ohne Fahrschein einsteigst, ticken die Uhren bei der Rügenschen BäderBahn (RüBB) noch herrlich nostalgisch. Du musst dir nicht zwingend vorab an einem Schalter die Hacken abtreten. Steig einfach ein und warte auf den Schaffner! Der Fahrkartenverkauf im Zug (mit den alten, echten Knipser-Zangen) ist gelebte Tradition und kostet keinen Cent Aufpreis. Wichtiger Hinweis: Reguläre DB-Tickets (wie das Deutschlandticket) sind in den Dampfzügen des Rasenden Rolands grundsätzlich nicht gültig.
Das absolute Sommer-Highlight: Der offene Wagen
In den warmen Monaten von Mai bis September reiht die RüBB bei schönem Wetter spezielle Aussichtswagen ohne Dach und Fenster – sogenannte „Cabrio-Waggons“ – in den Zugverband ein. Hier spürst du den Fahrtwind, riechst den Rauch der Lokomotive und bist der Natur unglaublich nah. Dieser Waggon ist meist bis auf den letzten Platz gefüllt. Sei also rechtzeitig am Bahnsteig, wenn du einen dieser begehrten Frischluftplätze ergattern möchtest.
Romantik trifft Realität: Barrierefreiheit und Fahrradmitnahme
Der Rasende Roland ist ein historisches Original, was leider auch bedeutet, dass er nicht nach modernen DIN-Normen für Barrierefreiheit gebaut wurde. Die Einstiege in die über 100 Jahre alten Waggons sind hoch und sehr schmal. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, muss sich auf echte Handarbeit einstellen. Die engagierten Schaffner packen jedoch beim Ein- und Ausstieg fast immer beherzt und routiniert mit an – eine Vorab-Anmeldung beim Betreiber ist hier aber definitiv empfehlenswert.
Für Radurlauber ist der Roland hingegen ein Segen. In jedem planmäßigen Zug fährt ein spezieller Gepäck- und Fahrradwagen mit (Packwagen). Du kannst deine Radtour also wunderbar mit einer Dampfzugfahrt kombinieren – beispielsweise morgens mit Rückenwind von Putbus nach Göhren radeln und nachmittags bequem mit dem Zug zurückfahren. Kostenfalle Fahrrad: Für den Drahtesel muss eine separate Fahrradkarte gelöst werden, die du ebenfalls direkt und unkompliziert beim Zugpersonal erwerben kannst.
Videos – unterwegs mit dem Rasenden Roland
Rasender Roland Insider-FAQ: Alles für deine Fahrt mit der Dampflok
Welche Strecke fährt der Rasende Roland und wo steige ich am besten ein?
Die historische Strecke der „Rügenschen BäderBahn“ (so der offizielle Name) erstreckt sich über 24,1 Kilometer im Südosten der Insel. Der reguläre Startpunkt liegt in der prächtigen, weißen Residenzstadt Putbus. In der Hochsaison wird die Linie sogar noch bis zum Hafen an der Lauterbach Mole direkt am Greifswalder Bodden verlängert. Von Putbus aus schnauft der Zug durch weite, grüne Wiesenlandschaften, passiert urige Bedarfshaltestellen mitten im Wald und erreicht dann das mondäne Ostseebad Binz.
Von Binz aus geht es durch den schattigen, mystischen Wald der Granitz (inklusive Bedarfshalt am Jagdschloss) steil hinauf und wieder hinab bis in das Ostseebad Sellin. Danach rollt die Bahn weiter durch das „Tor zum Mönchgut“, das Ostseebad Baabe, bevor sie nach einer Gesamtfahrzeit von etwa einer Stunde und 15 Minuten in ihrem Endbahnhof im idyllischen Ostseebad Göhren ankommt. Mein Insider-Tipp: Steige in der Hochsaison nicht erst in Binz ein! Der Bahnhof Binz LB ist im Sommer oft gnadenlos überlaufen. Starte deine Tour lieber entspannt an den Endpunkten in Putbus oder Göhren, um dir die besten Fensterplätze zu sichern, bevor der große Ansturm beginnt.
Fahrplan & Preise 2026: Was kostet das Ticket und gibt es versteckte Kosten?
Der Rasende Roland fährt in der Nebensaison im entspannten Zweistundentakt. In der Hauptsaison (Sommer) wird der Takt auf der Hauptstrecke zwischen Binz und Göhren auf einen extrem praktischen Einstundentakt verdichtet. Das Preissystem für 2026 basiert auf fünf Tarifstufen, je nach zurückgelegter Entfernung. Für eine kurze Fahrt von Binz nach Sellin (Tarifstufe 2) zahlst du 6,00 Euro. Willst du die komplette Strecke von Putbus nach Göhren auskosten (Tarifstufe 5), kostet die Einzelfahrt für Erwachsene 15,00 Euro. Kinder zwischen 6 und 13 Jahren fahren ermäßigt (die Hälfte des Preises).
Doch als echter Insel-Kenner warne ich dich vor den kleinen Kostenfallen am Rande: Nimmst du deinen Hund oder ein Fahrrad mit, benötigst du dafür zwingend ein Extra-Ticket! Eine Fahrradkarte schlägt mit 1,50 Euro zu Buche, für Sonderbauarten (dazu zählen auch E-Bikes oder schwere Pedelecs!) zahlst du 3,00 Euro. Ein weiteres, oft übersehenes Detail: Da die Schmalspurbahn von einem privaten Betreiber geführt wird, gelten reguläre DB-Tickets oder das Deutschlandticket hier nicht automatisch als Freifahrtschein. Für das Deutschlandticket musst du einen speziellen Tages-Sonderzuschlag (rund 12,00 Euro) beim Schaffner erwerben, um den Roland nutzen zu dürfen.
Barrierefreiheit: Komme ich mit Rollstuhl oder Kinderwagen in die Waggons?
Hier trifft moderner Wunsch auf gnadenlose, historische Realität. Die tiefgrünen Waggons des Rasenden Rolands sind Originale, die vor über 100 Jahren konstruiert wurden. Das bedeutet: Die Einstiege sind sehr hoch, extrem steil und die Waggontüren sowie die Gänge im Inneren sind winzig schmal! Einen ausgeklappten Kinderwagen in einen regulären Personenwaggon zu bugsieren, ist architektonisch unmöglich und strikt untersagt. Aber keine Sorge: Jeder Zug führt am Anfang oder Ende einen historischen Packwagen mit. Dort nimmt der Schaffner euren zusammengeklappten Kinderwagen oder das Fahrrad sicher entgegen, während ihr mit dem Baby auf dem Arm in den Sitzbereich wechselt.
Für Rollstuhlfahrer war die Fahrt lange Zeit ein massives Problem, besonders mit großen, elektrischen Rollstühlen. Mittlerweile hat die Bahngesellschaft jedoch großartig reagiert! Es wurde ein spezieller Waggon aufwendig umgebaut und mit breiteren Schiebetüren sowie einer anlegbaren Rampe ausgestattet, um Gästen im Rollstuhl eine fantastische, stufenlose Mitfahrt zu ermöglichen. Mein absoluter Profi-Rat: Dieser Spezialwaggon hängt leider nicht permanent an jedem einzelnen Zuglauf! Rufe unbedingt ein bis zwei Tage vor deiner geplanten Fahrt in der Zentrale der Rügenschen BäderBahn an und melde dich an. Die Mitarbeiter sagen dir dann auf die Minute genau, in welchem Zug am gewünschten Tag der barrierefreie Waggon für dich eingereiht ist.
Wann ist die beste Zeit für eine Fahrt und welche Insider-Routen lohnen sich?
Die ungeschriebene Regel für den Rasenden Roland lautet: Bei sommerlichem Schietwetter wollen ALLE Bahn fahren! Wenn es im Juli regnet, quetschen sich die Massen in die Waggons, die Fensterscheiben beschlagen und die historische Romantik leidet enorm. Nutze für deine Fahrt stattdessen lieber einen sonnigen Vormittag oder den ganz frühen Abend, wenn die typischen Tagesausflügler bereits beim Abendessen sitzen. In der Nebensaison (Herbst oder Winter), wenn dichte Nebelschwaden über die Insel ziehen oder rauer Frost liegt, entfaltet die Dampflok ohnehin ihren allerschönsten, dramatischen Charme.
Der genialste Insider-Move ist die Kombination von Zug und Wanderschuhen! Steige zum Beispiel im beschaulichen Baabe in den Zug und fahre bis zur Bedarfshaltestelle „Jagdschloss“. Von dort wanderst du hinauf zum prachtvollen Jagdschloss Granitz, kletterst auf den atemberaubenden gusseisernen Mittelturm und läufst anschließend durch den herrlichen Buchenwald der Granitz entlang der majestätischen Hochuferküste zu Fuß zurück nach Sellin. So hast du die pure Eisenbahnromantik, ein herausragendes kulturelles Highlight und die wildeste Natur der Insel zu einem absolut perfekten, unvergesslichen Urlaubstag vereint!
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