Unser Rügen-Spezial:

Idylle in Putgarten, da dürfen die Stockrosen nicht fehlen!

Putgarten

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Putgarten – Das autofreie Tor zum sagenumwobenen Kap Arkona

Willkommen in Putgarten, der nördlichsten Gemeinde auf der Halbinsel Wittow! Wer den Weg hierher in das offene, von der Seeluft geprägte „Windland“ wählt, hat meist ein sehr klares Ziel vor Augen: die berühmten Leuchttürme am Flächendenkmal Kap Arkona oder das versteckte Fischerdorf Vitt. Doch wer Putgarten lediglich als notwendige Transitstation betrachtet, übersieht den eigentlichen Charme und die durchdachte Struktur dieses Ortes. Putgarten hat sich vor vielen Jahren ganz bewusst dazu entschieden, den privaten Autoverkehr aus dem historischen Küstenbereich zu verbannen. Das schützt die empfindliche Natur an der Steilküste und verleiht dem Dorf selbst eine bemerkenswerte Ruhe, die man an anderen touristischen Hotspots oft vermisst.

Wenn du aus dem Auto oder dem Bus steigst, empfängt dich eine gelungene Mischung aus moderner Logistik und bewahrter pommerscher Tradition. Der historische Rügenhof im Zentrum des Ortes lockt mit regionalem Handwerk, während die charakteristischen Reetdachhäuser an die landwirtschaftliche Vergangenheit der Region erinnern. Lass uns gemeinsam einen genauen Blick auf die Wegeverteilung werfen, klären, wie du die Kap-Arkona-Bahn für dich nutzt, wo du noch echte Handwerkskunst findest und wie du deinen Ausflug in den Inselnorden auch mit eingeschränkter Mobilität entspannt und vorausschauend planst. So wird dein Besuch auf Wittow zu einer runden und erholsamen Erfahrung.

Putgarten – Kartenübersicht

Kartendaten © OpenStreetMap

Putgarten ist der Dreh- und Angelpunkt der Halbinsel Wittow: Der Name des Ortes verrät bereits viel über seine faszinierende, jahrhundertealte Geschichte. Er stammt aus dem Slawischen („Pod grad“) und bedeutet übersetzt so viel wie „unter der Burg“. Gemeint ist damit die nahegelegene Jaromarsburg, das einstige Heiligtum der Ranen am Kap Arkona. Heute ist Putgarten ein malerischer, hervorragend organisierter Ort, der es meisterhaft versteht, den großen Besucherstrom sanft und naturnah zu leiten.

Die meisten Besucher haben das Kap Arkona fest im Blick und eilen oft nur flüchtig durch das Dorf. Dabei lohnt es sich sehr, genau hier das Tempo herauszunehmen. Putgarten ist weit mehr als nur eine logistische Zwischenstation. Es bietet echte Handwerkskunst, historische Architektur und eine absolute Ruhe, die nur möglich ist, weil der Ort eine ganz besondere Verkehrsregel konsequent durchsetzt.

Die wichtigste Regel vorab: Putgarten ist autofreie Zone

Unser unverzichtbares Experten-Wissen für die Anreise: Lass dich nicht von der Idee verleiten, mit dem eigenen Pkw bis an den Fuß der Leuchttürme fahren zu wollen. Das ist streng verboten! Putgarten und das gesamte Areal bis zum Kap Arkona sind für den privaten Autoverkehr gesperrt. Direkt am Ortseingang empfängt dich stattdessen ein weitläufiger, kostenpflichtiger Sammelparkplatz. Hier lässt du dein Fahrzeug stehen und entscheidest dich für eine von vier hervorragenden Möglichkeiten der Fortbewegung.

Die romantischste Variante ist eine Fahrt mit der Pferdekutsche, die gemütlich im Hufgetrappel über die Wege rollt. Für Familien und Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, bietet sich die berühmte Arkona-Bahn an. Diese gummibereifte Wegebahn pendelt regelmäßig zwischen dem Parkplatz, dem Kap Arkona und dem benachbarten Fischerdorf Vitt. Ein wichtiger Pluspunkt zur Barrierefreiheit: Die Arkona-Bahn verfügt über eine Rampe und Stellplätze für Rollstühle, sodass der Ausflug ans Nordkap für alle uneingeschränkt möglich ist. Alternativ leihst du dir direkt am Parkplatz ein Fahrrad aus oder schnürst die Wanderschuhe für einen entspannten, etwa 30-minütigen Fußmarsch durch die blühenden Felder.

Der Rügenhof: Traditionelles Handwerk und regionale Schätze

Bevor du dich auf den Weg zu den Leuchttürmen machst, solltest du unbedingt den Rügenhof Arkona im Herzen von Putgarten besuchen. Dieser liebevoll restaurierte, historische Gutshof aus rotem Backstein ist ein echtes Zentrum für traditionelles Inselhandwerk. Hier findest du keine billige Importware, sondern authentische Souvenirs und regionale Produkte.

Schlendere über den kopfsteingepflasterten Innenhof und schau den Handwerkern bei der Arbeit über die Schulter. Es gibt eine Kerzenmanufaktur, in der du (besonders an seltenen Regentagen ein toller Tipp für Kinder) selbst Kerzen ziehen kannst. In der Bernsteinschleiferei erfährst du alles über die Bearbeitung des fossilen Harzes, und in der Rügener Rapsöl-Mühle kannst du das flüssige Gold der Insel probieren. Wenn der kleine Hunger kommt, laden die Hofbäckerei und kleine Cafés zu einem Stück ofenfrischen Kuchen ein, bevor die Entdeckungstour weitergeht.

Unterwegs zum Kap Arkona und der Jaromarsburg

Wenn du Putgarten in nördlicher Richtung verlässt, erheben sich schon bald die markanten Wahrzeichen der Region am Horizont. Am Kap Arkona stehen gleich zwei Leuchttürme und ein Marinepeilturm dicht beieinander. Der ältere, quadratische Schinkelturm (erbaut 1826) ist einer der ältesten Leuchttürme an der Ostseeküste. Gleich daneben ragt der modernere, runde Leuchtturm in den Himmel. Beide Türme können besichtigt werden und bieten einen weiten Panoramablick über die Ostsee und die Halbinsel Wittow.

Ein wichtiger Sicherheitshinweis zur Jaromarsburg: Nur wenige Meter von den Türmen entfernt lag einst die mächtige Tempelburg der Slawen. Heute ist das Betreten der Anlage jedoch lebensgefährlich und streng verboten. Die Steilküste bricht hier durch die unaufhaltsame Küstenerosion immer weiter ab, sodass ein Großteil der historischen Burg in den vergangenen Jahrhunderten bereits in die Ostsee gestürzt ist. Respektiere hier zwingend die Absperrungen und bleibe auf den gesicherten Wegen.

Auf Schusters Rappen: Der perfekte Rundweg

Putgarten ist der ideale Ausgangspunkt für einen der schönsten Spaziergänge im Inselnorden. Unsere Routen-Empfehlung: Wandere von Putgarten aus zunächst direkt zum Kap Arkona. Nach der Besichtigung der Leuchttürme folgst du dem spektakulären Hochuferweg direkt an der Steilküste entlang in Richtung Süden, bis du in die Uferschlucht des historischen Fischerdorfes Vitt hinabsteigst. Nachdem du dort ein ofenwarmes Räucherfischbrötchen genossen hast, führt ein malerischer, von Kopfweiden gesäumter Feldweg in einer leichten Kurve wieder zurück zum großen Parkplatz in Putgarten. So erlebst du die gesamte Bandbreite dieser beeindruckenden Küstenlandschaft, ohne eine Strecke doppelt laufen zu müssen. Wenn du auf dem Rückweg noch Zeit hast, fährst du über das nahegelegene Altenkirchen oder Juliusruh zurück in deine Unterkunft und nimmst die frische Brise des Windlandes in den Erinnerungen mit nach Hause.

Putgarten Insider-FAQ: Was du vor deinem Ausflug wissen musst

Logistik-Zentrum: Wie funktioniert das Parken für das Kap Arkona?

Putgarten fungiert als das große Auffangbecken für alle motorisierten Besucher des Inselnordens. Vor den Toren des Dorfes befindet sich ein weitläufiger, gut organisierter Großparkplatz, der das Ende der Fahrt für private Pkw markiert. Wer versucht, weiter in Richtung der Leuchttürme zu fahren, wird unweigerlich von Schranken und deutlichen Verbotsschildern gestoppt. Die Parkgebühren für das Jahr 2026 belaufen sich auf ein faires Tagesticket von etwa 8,00 Euro. Dies ist gut investiertes Geld, da die Instandhaltung der autofreien Wege in die Region davon profitiert.

Mein Tipp für die Hochsaison im Juli und August: Da das Kap Arkona eines der gefragtesten Ausflugsziele der Insel ist, füllt sich dieser Parkplatz ab dem späten Vormittag spürbar. Wenn du die Ruhe der Steilküste wirklich genießen möchtest, solltest du entweder früh am Morgen (vor 09:30 Uhr) oder erst am späten Nachmittag anreisen. Direkt am Parkplatz findest du zudem saubere Sanitäranlagen und oft auch Fahrradverleiher, bei denen du spontan auf zwei Räder umsteigen kannst.

Der Rügenhof Arkona: Warum lohnt sich ein längerer Stopp im Dorf?

Statt nach dem Parken sofort in Richtung der Küste zu eilen, solltest du dir Zeit für den Rügenhof nehmen. Dieser historische Gutshof, der sich direkt im Ortskern von Putgarten befindet, wurde liebevoll restauriert und hat sich zu einem Zentrum für traditionelles Handwerk und regionale Produkte entwickelt. In den alten Wirtschaftsgebäuden und Stallungen haben sich verschiedene Kunsthandwerker niedergelassen.

Hier kannst du Korbmachern über die Schulter schauen, Keramikwerkstätten besuchen oder in der hauseigenen Kaffeerösterei eine Pause einlegen. Es ist der ideale Ort, um authentische Souvenirs zu finden – von Sanddornprodukten über Bernsteinschmuck bis hin zu regionalen Textilien. Im Gegensatz zu den oft standardisierten Andenken in den großen Seebädern spürst du auf dem Rügenhof noch die pommersche Handwerkskunst. Im Sommer finden im Innenhof zudem regelmäßig kleine Märkte oder musikalische Veranstaltungen statt.

Laufen, Rad oder Bahn: Wie bewege ich mich im autofreien Bereich?

Sobald du Putgarten betrittst, stehen dir drei Fortbewegungsmittel zur Verfügung, um die verbleibenden etwa zwei Kilometer bis zum Kap oder in das Dorf Vitt zurückzulegen. Wenn du gut zu Fuß bist, ist der Spaziergang über die asphaltierten und teils gepflasterten Wege sehr zu empfehlen. Die Strecke führt vorbei an Feldern und kleinen Wäldchen und stimmt dich wunderbar auf die maritime Kulisse ein.

Für Familien mit kleineren Kindern oder Gäste, die ihre Kräfte schonen möchten, ist die Kap-Arkona-Bahn die bequemste Wahl. Diese weiß-blauen Wegebahnen starten direkt am Parkplatz in Putgarten und pendeln auf zwei verschiedenen Routen: Eine Linie fährt direkt zu den Leuchttürmen, die andere bringt dich bis an den Rand der Uferschlucht von Vitt. Die Fahrkarten kannst du meist direkt beim Fahrer erwerben. Alternativ schnappst du dir ein Fahrrad. Die flache Landschaft auf Wittow ist wie geschaffen für Radler, und du bist völlig unabhängig von den Fahrplänen der Wegebahn.

Geschichte im Namen: Was bedeutet eigentlich "Putgarten"?

Wenn du durch die Straßen des Ortes schlenderst, wanderst du über historischen Boden. Der Name "Putgarten" ist slawischen Ursprungs und zeugt von der tiefen Geschichte dieser Region. Er leitet sich von dem Wort "Podgrad" ab, was übersetzt so viel wie "Unter der Burg" bedeutet. Damit ist die einst mächtige Jaromarsburg der slawischen Ranen gemeint, die nur wenige Kilometer entfernt am Kap Arkona stand und dem Gott Swantevit geweiht war.

Putgarten war also ursprünglich die Versorgungssiedlung, die am Fuße der Tempelburg lag. Die Bauern und Fischer, die hier lebten, versorgten die Priester und Krieger auf dem Kap mit Nahrungsmitteln. Auch wenn von der slawischen Siedlung heute oberirdisch nichts mehr zu sehen ist, bleibt die Verbundenheit zum benachbarten Flächendenkmal durch diesen alten Namen bis heute spürbar. Wer noch tiefer in diese Epoche eintauchen möchte, sollte im Nachbarort Altenkirchen die Pfarrkirche besuchen, in deren Fundament ein Stein aus der slawischen Zeit eingemauert ist.

Barrierefreiheit: Ist der Weg zu den Leuchttürmen beschwerlich?

Putgarten und die Wege zum Kap Arkona sind in weiten Teilen erfreulich gut auf Gäste mit eingeschränkter Mobilität vorbereitet. Der Großparkplatz verfügt über ausgewiesene, breite Stellflächen. Die gepflasterten Wege vom Parkplatz durch Putgarten bis vor an die Leuchttürme sind weitgehend flach und lassen sich mit einem Rollstuhl oder einem Rollator gut befahren. Auch die Kap-Arkona-Bahn setzt spezielle Waggons mit Rampen ein, sodass Rollstuhlfahrer (nach kurzer Anmeldung beim Personal) problemlos mitfahren können.

Eine deutliche Herausforderung stellt jedoch der Abstecher in das Fischerdorf Vitt dar. Während die Bahn dich noch bequem bis zur Vitter Kapelle am Hochufer bringt, ist der weitere Weg hinab in das Dorf von grobem, historischem Kopfsteinpflaster und einem spürbaren Gefälle geprägt. Dieser Streckenabschnitt ist für Rollstühle ungeeignet. Beschränke dich in diesem Fall auf den Besuch des Rügenhofs in Putgarten und das Umfeld der Leuchttürme, wo du eine gut ausgebaute, stufenfreie Infrastruktur vorfindest.

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