Poseritz: Das grüne Tor zum ruhigen Süden Rügens
Die weitreichende Gemeinde Poseritz bildet für viele Urlauber das historische und landschaftliche Eingangstor zur Region Süd-Rügen. Wer die Insel nicht über die moderne Rügenbrücke bei Stralsund betritt, sondern die historische Route über die alte Glewitzer Autofähre wählt, landet unweigerlich in dieser landwirtschaftlich geprägten Idylle. Abseits der großen Touristenströme und Seebäder präsentiert sich Poseritz als ein Ort der absoluten Entschleunigung, der durch weite Rapsfelder, dichte Alleen und eine direkte Anbindung an den Greifswalder Bodden besticht.
Historisch wurde das Gebiet bereits im frühen 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Wie weite Teile des Muttlandes war auch Poseritz jahrhundertelang von großen Gutshöfen und der Landwirtschaft dominiert. Diese Strukturen prägen das Ortsbild bis heute. Anstatt großer Hotelanlagen finden Urlauber hier liebevoll restaurierte Gutshäuser, kleine Ferienwohnungen in alten Bauernkaten und unberührte Naturräume.
Für aktive Urlauber ist Poseritz ein strategisch hervorragender Ausgangspunkt. Das flache, verkehrsarme Terrain eignet sich perfekt für weite Touren zum Radfahren in Richtung Garz oder Samtens. Zugleich hat sich die Gemeinde in den vergangenen Jahren zu einem echten Geheimtipp für Liebhaber regionaler Lebensmittel und authentischer Gastronomie entwickelt.
Poseritz – Kartenübersicht
Poseritz – Highlights & Orientierung
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Kartendaten © OpenStreetMap


Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele in der Gemeinde Poseritz
Obwohl Poseritz primär für seine ländliche Ruhe geschätzt wird, birgt die Gemeinde einige kulturhistorische und kulinarische Höhepunkte, die bei einem Rügen-Urlaub nicht fehlen dürfen.
Die spätgotische St. Marien Kirche
Mitten im historischen Ortskern von Poseritz steht die Kirche St. Marien. Dieser wuchtige Backsteinbau stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert und ist ein klassisches Beispiel für die norddeutsche Backsteingotik. Ein Blick für Details: Besonders bemerkenswert ist der massive, quadratische Westturm, der früher auch als Schutz- und Wehrturm für die Dorfbevölkerung diente. Im Inneren beherbergt die Kirche einen wertvollen Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert. Der umgebende, alte Friedhof mit seinen historischen Grabstelen unterstreicht die stille, ehrfürchtige Atmosphäre des Ortes.
Inselmolkerei: Rügener Inselfrische
Poseritz ist über die Inselgrenzen hinaus für seine Milchprodukte bekannt. Die familiengeführte Molkerei „Rügener Inselfrische“ verarbeitet die Milch der eigenen Kühe direkt vor Ort nach handwerklichen Traditionen. Im angeschlossenen Hofladen können Besucher den berühmten Poseritzer Naturquark, frischen Joghurt, Rohmilchkäse und Fruchtaufstriche erwerben. In den Sommermonaten lädt ein kleines Hofcafé dazu ein, frischen Quarkkuchen oder Pellkartoffeln mit Kräuterquark direkt am Ort der Herstellung zu genießen – ein Paradebeispiel für nachhaltige, regionale Direktvermarktung.
Architekturjuwel Gut Üselitz
Etwas außerhalb des Hauptortes liegt das Gut Üselitz, eines der bedeutendsten Renaissance-Gutshäuser der Insel (erbaut um 1580). Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel das Gebäude zu einer Ruine. Ab 2006 wurde es jedoch in jahrelanger Arbeit preisgekrönt und detailgetreu restauriert. Insider-Wissen zur Landschaft: Das Gutshaus ist komplett von Wasser umschlossen. Die umliegende Üselitzer Wiek (eine flache Boddenbucht) wurde in den 1930er Jahren für die Landwirtschaft trockengelegt. Im Zuge der Guts-Restauration wurde das Gebiet aufwendig renaturiert und wieder geflutet. Heute ist das Gut (welches primär als Event-Location und für Ferienwohnungen genutzt wird) mitsamt seinem neu entstandenen See ein Rückzugsort für seltene Wasservögel und ein hervorragendes Ziel zum Wandern.
Der Naturhafen Puddemin
Der Ortsteil Puddemin liegt direkt an der Puddeminer Wiek, einer tief eingeschnittenen Seitenbucht des Greifswalder Boddens. Hier befindet sich ein kleiner, idyllischer Naturhafen, der vor allem von Seglern und Wasserwanderern geschätzt wird, die dem Trubel der großen Marinas entgehen möchten. Die ruhigen, schilfgesäumten Gewässer bieten perfekte Bedingungen für Ausflüge mit dem Kanu oder dem Stand-Up-Paddle-Board (SUP). Das Hafenrestaurant mit seiner Außenterrasse ist zudem ein beliebter Rastplatz für Radfahrer, die auf dem Rügen-Rundweg entlang der Südküste unterwegs sind.
Häufige Fragen zu Poseritz
Wo liegt Poseritz genau?
Poseritz ist eine weitläufige Gemeinde im äußersten Süden der Insel Rügen. Sie grenzt direkt an den Strelasund (die Meerenge zwischen Festland und Rügen) sowie an den Greifswalder Bodden und liegt etwa 15 Kilometer südlich der Kreisstadt Bergen.
Gibt es in Poseritz einen Sandstrand?
Nein, Poseritz verfügt nicht über die klassischen, breiten weißen Ostseestrände, wie man sie von der Ostküste kennt. Die Küstenlinie am Bodden ist geprägt von dichten Schilfgürteln, Naturufern und kleinen Badestellen, die sich jedoch hervorragend für ein ruhiges Bad im flachen Wasser eignen.
Was kann man in Poseritz bei Regen unternehmen?
Poseritz ist stark naturbelassen und bietet nur wenige reine Indoor-Attraktionen. Ein Besuch im Hofladen der Inselmolkerei lohnt sich jedoch bei jedem Wetter. Für größere Ausflüge bei schlechtem Wetter bietet sich die kurze Fahrt in die nahegelegene Hansestadt Stralsund (zum Ozeaneum oder Meeresmuseum) an.
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