Rügens historische Seele: Alle 46 Kirchen der Insel im Überblick
Wenn du die Insel Rügen abseits der Strände erkundest, fallen dir schnell die markanten Kirchtürme auf, die das flache Land überragen. Die Kirchen der Insel sind weit mehr als nur Orte der Andacht. Sie sind in der Regel die ältesten Gebäude ihrer Region, massiv gebaut aus rotem Backstein und auf schweren Fundamenten aus Findlingen, die eiszeitliche Gletscher hierhergeschoben haben. Sie erzählen von der Zeit der Zisterziensermönche, von dänischen Einflüssen und vom harten Leben der Fischer, die vor dem Auslaufen auf die Ostsee um sichere Heimkehr baten.
Insgesamt 46 Kirchengebäude verteilen sich über die Insel – darunter 39 evangelische, vier katholische und drei neuapostolische Gotteshäuser. Manche sind weithin sichtbare Orientierungspunkte, andere verstecken sich als kleine Kapellen am Waldrand. Um dir die Planung für deine Erkundungstouren zu erleichtern, haben wir alle Kirchen nach ihrer Lage sortiert. Egal ob du dich für spätromanische Architektur, detailreiche Schnitzaltäre oder einfach für die kühle Stille an einem warmen Sommertag interessierst: Hier findest du den passenden Ort.
Kirchen auf Rügen – Kartenübersicht
Die Kirchen auf Rügen
Diese Karte nutzt OpenStreetMap. Beim Laden werden Daten an externe Server übertragen. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Kartendaten © OpenStreetMap · Quelle: Wikipedia, Google Places, eigene Recherche
Viele der historischen Kirchen stehen in den alten Kernen unserer Inseldörfer, die sich wunderbar für einen Tagesausflug eignen. Verbinde die Besichtigung einfach mit einem Rundgang durch die Gassen und lerne Rügen von seiner ruhigen Seite kennen.
Die Kirchen auf Rügen nach Regionen
Kirchen auf der Halbinsel Jasmund
St.-Pauli-Kirche (Bobbin)
Die um 1400 erbaute Kirche in Bobbin ist die einzige noch erhaltene Feldsteinkirche auf Rügen und diente lange Zeit als Wallfahrtsort. Ihr markanter Turm ist schon von Weitem sichtbar, und der angrenzende Friedhof bietet dir einen schönen Blick über den Großen Jasmunder Bodden.
St. Birgitta (Glowe)
Ein echter architektonischer Kontrast zu den alten Backsteinbauten: Diese Kirche in Glowe wurde erst 1982 im Stil einer Finnhütte errichtet. Sie fügt sich mit ihrem tief gezogenen Holzdach unscheinbar in das von Kiefern geprägte Ortsbild nahe des Strandes ein.
St.-Michael-Kirche (Sagard)
Als eine der ältesten Kirchen der Insel (um 1210 begonnen) dominiert sie das Zentrum von Sagard. Besonders sehenswert ist der weite, im Barockstil umgestaltete Innenraum und die historische Orgel, an der im Sommer oft Konzerte stattfinden.
St.-Johannis-Kirche (Sassnitz)
Die evangelische Kirche der Hafenstadt Sassnitz wurde Ende des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil erbaut und fällt durch ihren asymmetrisch angebrachten Turm auf. Im Inneren besticht sie durch ein sachliches, helles Holzkassettengewölbe.
Neuapostolische Kirche (Sassnitz)
Ein moderner und bewusst schlichter Zweckbau, der der hiesigen Gemeinde als Zusammenkunftsort dient. Die Architektur ist pragmatisch gehalten und fügt sich leise in das Wohngebiet oberhalb des Stadthafens ein.
Kirchen auf der Halbinsel Wittow
Pfarrkirche Altenkirchen
Erbaut um 1168, ist sie neben der St.-Marien-Kirche in Bergen das älteste sakrale Bauwerk Rügens. Berühmt ist die Kirche in Altenkirchen für den in die Mauer eingelassenen „Svantevit-Stein“, der an die slawische Vergangenheit der Region erinnert.
Uferkapelle Vitt
Diese kleine, achteckige und reetgedeckte Kapelle wurde Anfang des 19. Jahrhunderts oberhalb des Fischerdorfes Vitt gebaut. So hatten die Fischer bei nahenden Heringsschwärmen keinen weiten Weg zum Gottesdienst und konnten schnell auslaufen.
St.-Georg-Kirche (Wiek)
Die gotische Backsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert wirkt für den kleinen Hafenort Wiek sehr imposant. Ein besonderes historisches Detail im weiten Innenraum ist das hölzerne Reiterstandbild „Ritter Georg zu Pferde“ aus der Zeit um 1500.
Kirchen auf der Halbinsel Mönchgut
Dorfkirche Baabe
Im Vergleich zu anderen Bauten ist die Kirche in Baabe recht jung, sie wurde erst 1929 fertiggestellt. Der schlichte Backsteinbau fügt sich nahtlos in die ruhige Umgebung nahe des Mönchgrabens ein.
Dorfkirche Göhren
Auch die evangelische Kirche in Göhren stammt aus dem Jahr 1930 und fällt durch ihre ungewöhnliche Bauform auf. Die gedrungene Optik mit den zwei kleinen Turmspitzen hebt sich deutlich von den klassischen Inselkirchen ab.
Dorfkirche Groß Zicker
Sie gilt als das älteste erhaltene Gebäude der gesamten Halbinsel Mönchgut und stammt aus der Zeit um 1400. Wenn du in Groß Zicker bist, lohnt sich auch ein Blick auf den umliegenden Friedhof mit dem historischen Jakobstein.
St.-Katharinen-Kirche (Middelhagen)
Diese wunderschöne gotische Backsteinkirche in Middelhagen wurde um 1455 errichtet. Die soliden Feldsteine im Sockelbereich und der nachträglich angebaute, holzverkleidete Turm geben ihr ein uriges und wehrhaftes Aussehen.
Jesu-Sieg-Kapelle (Thiessow)
Eine kleine, zurückhaltende Kapelle im äußersten Süden des Mönchguts in Thiessow. Sie dient vor allem im Sommer für intime Andachten und als Ort der Ruhe nach langen Strandtagen.
Kirchen im Muttland (Inselmitte)
St.-Marien-Kirche (Bergen)
Mit dem Baujahr 1193 ist sie nicht nur die älteste Kirche, sondern das älteste erhaltene Gebäude der Stadt Bergen überhaupt. Einzigartig sind die romanischen Wandmalereien im Inneren und das in der Außenfassade eingelassene Ziffernblatt, das kuriose 61 Minuten anzeigt.
St. Bonifatius (Bergen)
Diese 1912 errichtete Kirche ist die katholische Hauptkirche der Insel. Der neoromanische Bau im Zentrum von Bergen ist recht schlicht gehalten, bietet der katholischen Gemeinde jedoch seit über hundert Jahren einen festen Anlaufpunkt.
Schlosskapelle Boldevitz
Eine Besonderheit auf Rügen: Diese klassizistische Kapelle aus dem Jahr 1839 gehört zum Gutshaus Boldevitz nahe Bergen. Sie wird heute sehr gerne für romantische Hochzeiten in privater Atmosphäre gebucht.
Holzkapelle (Ralswiek)
Die Geschichte dieser Kirche in Ralswiek ist besonders: Sie wurde 1907 ursprünglich in Schweden erbaut und erst später nach Rügen transportiert. Das rot gestrichene Holzgebäude strahlt skandinavische Gemütlichkeit aus.
St.-Margarethen-Kirche (Patzig)
Die um 1500 erbaute, spätgotische Saalkirche in Patzig überrascht mit einem Granittaufstein, der vermutlich noch ein paar hundert Jahre älter ist als die Kirche selbst. Der Turm bekam im 18. Jahrhundert seinen hölzernen Aufsatz.
Dorfkirche Rappin
Ein typischer gotischer Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert, der ruhig und idyllisch in der flachen Landschaft des Muttlands liegt. Der freistehende hölzerne Glockenstuhl neben der Kirche ist ein klassisches Element der vorpommerschen Bautradition.
Kirchen in West-Rügen
St.-Jacob-Kirche (Gingst)
Die Kirche in Gingst wurde im 14. Jahrhundert begonnen, nach einem schweren Stadtbrand im 18. Jahrhundert aber barock umgestaltet. Bekannt ist sie heute vor allem für ihre hervorragend erhaltene Barockorgel.
Kapelle Bessin
Die Kapelle „Zum heiligen Kreuz“ im Ortsteil Bessin bei Rambin stammt aus dem Jahr 1482. Der sehr kleine Backsteinbau ist gut erhalten und ein schönes Fotomotiv bei einer Radtour durch West-Rügen.
Dorfkirche Landow
Die Kirche in Landow wurde 1312 urkundlich erwähnt und gilt heute als die wahrscheinlich älteste Fachwerkkirche in ganz Mitteleuropa. Der schlichte, hölzerne Innenraum strahlt eine besondere historische Dichte aus.
Maria-Magdalenen-Kirche (Neuenkirchen)
Erbaut im 14. und 15. Jahrhundert, steht sie landschaftlich reizvoll auf der Halbinsel Lebbin in Neuenkirchen. Ein wertvolles Detail ist die historische Glocke, die auf das Jahr 1367 datiert wird.
St.-Johannes-Kirche (Rambin)
Eine klassische gotische Backsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert. Wenn du in Rambin hältst, fallen dir vor allem die robusten Feldsteinsockel auf, die den schweren Bau auf dem weichen Boden stabilisieren.
St.-Johannes-Kirche (Schaprode)
Die Kirche in Schaprode vereint romanische und gotische Stilelemente und zählt zu den drei ältesten der Insel. Viele Urlauber statten ihr einen Besuch ab, während sie auf die Fähre nach Hiddensee warten.
St.-Katharinen-Kirche (Trent)
Der massive Bau in Trent wurde 1318 erstmals erwähnt und wirkt durch sein weites Langhaus sehr geräumig. Eine architektonische Besonderheit ist der längs zur Mittelachse angelegte Chorraum.
St.-Marien-Kirche (Waase auf Ummanz)
Diese unscheinbare Dorfkirche auf der Insel Ummanz hütet einen der größten Kunstschätze Rügens: einen geschnitzten Antwerpener Flügelaltar aus dem Jahr 1520, der den weiten Weg aus Bergen hierher gefunden hat.
Dorfkirche Samtens
Im Verkehrsknotenpunkt Samtens steht dieser schlichte, aber würdevolle Bau, der der lokalen Gemeinde als fester Bezugspunkt dient. Der Backsteinbau wurde in mehreren Etappen ausgebaut und angepasst.
Kirchen in Süd-Rügen
St.-Petri-Kirche (Garz)
In Garz, der ältesten Stadt Rügens, steht dieser Backsteinbau aus dem Jahr 1400. Bemerkenswert ist das granitene Taufbecken im Inneren, das vermutlich aus der Zeit vor der Erbauung der Kirche stammt.
Herz-Jesu-Kirche (Garz)
Dies ist eine der vier katholischen Filialkirchen auf der Insel. Sie wurde 1913 in Garz errichtet, um den vielen katholischen Saisonarbeitern, die in der Landwirtschaft aushalfen, einen Ort für den Gottesdienst zu bieten.
Dorfkirche Gustow
Die Anfänge dieser Kirche in Gustow reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Neben den Holzschnitzereien im Inneren ist vor allem die Mordwange von 1510 auf dem Kirchhof ein spannendes historisches Zeugnis.
St.-Jacobi-Kirche (Kasnevitz)
Dieser Backsteinbau aus dem späten 14. Jahrhundert hält einen architektonischen Rekord: Die Kirche in Kasnevitz bei Putbus ist die einzige auf der gesamten Insel mit einer massiv gemauerten Kirchturmspitze aus Backstein.
St.-Marien-Kirche (Poseritz)
Eine solide gotische Backsteinkirche in Poseritz. Ihr Turm wurde im 15. Jahrhundert ergänzt und ist ein gutes Beispiel für die robuste Dorfarchitektur im südlichen Rügen.
Schlosskirche (Putbus)
Ein architektonischer Ausreißer in der Backsteinlandschaft: Das Gebäude in Putbus wurde ursprünglich als Kursalon erbaut und erst 1891/1892 zur Kirche umgestaltet. Sie fügt sich harmonisch in die weiße Stadtstruktur ein.
Dankeskirche (Sehlen)
Die Kirche in Sehlen ist ein verhältnismäßig später Backsteinbau im neugotischen Stil, der der ländlichen Gemeinde in der Region südlich von Bergen dient.
St.-Stephanus-Kirche (Swantow)
Der heutige Bau wurde um 1456 auf einem Hügel begonnen, der früher als slawische Kultstätte („Heiliger Berg“) bekannt war. Heute besticht die Kirche durch ihre ruhige Lage fernab der Hauptverkehrsadern.
St.-Laurentius-Kirche (Zudar)
Sie steht auf der gleichnamigen Halbinsel Zudar, dem südlichsten Zipfel Rügens. Früher war sie eine bedeutende Wallfahrtskirche, zu der Gläubige über den Greifswalder Bodden pilgerten.
St.-Nikolai-Kirche (Altefähr)
Gleich gegenüber der Stralsunder Skyline steht die Kirche in Altefähr. Der Bau aus dem 15. Jahrhundert beherbergt kostbare und fein restaurierte Wandmalereien aus der Entstehungszeit.
Kirchen in Südost-Rügen
Dorfkirche Binz
Vor dem Bau dieser neugotischen Kirche (1913) mussten die Bewohner von Binz für den Gottesdienst stets nach Zirkow laufen. Die Architektur aus Backstein hebt sich angenehm von der weißen Bäderarchitektur des Ortes ab.
Stella Maris (Binz)
Die 1925 erbaute katholische Filialkirche „Meeresstern“ in Binz hat eine recht sachliche Struktur. Sie versorgt die katholischen Urlauber und Einheimischen in Ostseebadnähe mit Gottesdiensten.
Neuapostolische Kirche (Binz)
Eine moderne Einrichtung im 20. Jahrhundert, die das religiöse Angebot im größten Seebad der Insel für die Angehörigen der neuapostolischen Gemeinde komplettiert.
St.-Andreas-Kirche (Lancken-Granitz)
Diese klassische Kirche in Lancken-Granitz stammt aus dem 15. Jahrhundert. Wenn sie geöffnet ist, solltest du unbedingt nach oben blicken: Die historischen Deckenmalereien sind bemerkenswert gut erhalten.
Gnadenkirche (Sellin)
Die evangelische Kirche in Sellin liegt ruhig auf einer Anhöhe. Sie wurde kurz nach der Jahrhundertwende erbaut, um den stark wachsenden Strom an Badegästen seelsorgerisch aufzufangen.
Maria Meeresstern (Sellin)
Wie in Binz gibt es auch in Sellin ein Pendant für die katholischen Gläubigen. Die Filialkirche aus dem Jahr 1912 fügt sich harmonisch in die dichten Wälder rund um den Ort ein.
Maria-Magdalena-Kirche (Vilmnitz)
Die gotische Kirche in Vilmnitz nahe Putbus ist historisch hochinteressant, da sie als Grablege der mächtigen Adelsfamilie von Putbus diente. Im Inneren zeugen prächtige Epitaphe von dieser Zeit.
St.-Johannes-Kirche (Zirkow)
In Zirkow steht eine der charmantesten Dorfkirchen Rügens. Der im 15. Jahrhundert begonnene Bau war lange Zeit die Hauptkirche für viele umliegende Dörfer, bevor das benachbarte Binz eine eigene Gemeinde wurde.
Häufige Fragen zu den Kirchen auf Rügen
Welche ist die älteste Kirche auf Rügen?
Die St.-Marien-Kirche in Bergen und die Pfarrkirche Altenkirchen teilen sich diesen Titel, da beide in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut wurden. Der Bau der Bergener Kirche begann um 1180 und wurde 1193 geweiht, während die Kirche in Altenkirchen bereits um 1168 begonnen wurde, direkt nach der Christianisierung der Insel durch die Dänen.
Kosten die Kirchen auf Rügen Eintritt?
Der Zugang zu den historischen Kirchen auf Rügen ist grundsätzlich kostenlos. Viele Kirchengemeinden sind jedoch auf Spenden angewiesen, um die teuren Sanierungen der Backsteinmauern und Orgeln zu finanzieren, weshalb kleine Beiträge in die Spendenboxen am Eingang immer willkommen sind.
Welche Kirche hat die schönste Orgel?
Die St.-Jacob-Kirche in Gingst besitzt eine der klangvollsten und am besten erhaltenen Barockorgeln der Insel. In den Sommermonaten finden dort, genau wie in der St.-Michael-Kirche in Sagard, regelmäßig gut besuchte Orgelkonzerte statt.
Waren diese Informationen hilfreich?
Danke für dein Feedback!






